Nas-Rechner

NAS-Kaufberatung: das richtige NAS in fünf Entscheidungen

Porträt von Leon FischerVon Leon Fischer · Redaktionell geprüft von Sabine Hoffmann · Aktualisiert
Kurz und knapp · Stand 29. August 2026

Die kurze Antwort für die meisten Haushalte: eine Seagate IronWolf oder WD Red Plus mit 8 bis 12 TB, in RAID 5 beziehungsweise SHR auf einem Vier-Schacht-NAS, mit dem Arbeitsspeicher, den das Gerät ab Werk mitbringt. Alles andere ist Feinabstimmung, und diese Seite nimmt sie Ihnen ab — Entscheidung für Entscheidung. Der wichtigste Grundsatz zuerst: CMR, niemals SMR, sobald ein RAID-Verbund im Spiel ist.

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Der Entscheidungsweg im Überblick

Ein NAS-Kauf ist keine einzelne Entscheidung, sondern eine Kette von fünf. Und die Reihenfolge ist nicht beliebig: Die Schachtzahl bestimmt, welche Geräte überhaupt in Frage kommen; das Gerät bestimmt, welches RAID Sie fahren können; das RAID bestimmt, welche und wie viele Festplatten Sie brauchen. Wer die Kette rückwärts abläuft und zuerst die Platten kauft, zahlt am Ende fast immer drauf.

Entscheidung 1: Wie viele Schächte?

Zwei Schächte, wenn Sie unter 10 TB brauchen und das NAS vor allem Backups und Dateiablage erledigt. Sie spiegeln zwei Platten, zahlen also die Hälfte der Kapazität für die Ausfallsicherheit, und erweitern später, indem Sie beide gegen größere tauschen. Vier Schächte sind der übliche Kompromiss: Aus vier 8-TB-Platten werden in RAID 5 oder SHR rund 21,8 TiB nutzbar, und eine Platte darf ausfallen. Sechs und mehr Schächte lohnen erst bei sehr großen Sammlungen — und sie verschieben die RAID-Frage: Ab etwa 16 TB je Platte gehört doppelte Parität (RAID 6, SHR-2) dazu, weil der Wiederaufbau nach einem Ausfall bei großen Platten leicht einen Tag dauert und genau dann gern die zweite Platte ausfällt.

Rechnen Sie die Varianten durch, bevor Sie sich festlegen: Der Festplatten-Rechner übersetzt Ihre Zielkapazität in Plattenzahl und Kosten je RAID-Level, der RAID-Rechner zeigt, was von einer Bestückung nutzbar übrig bleibt.

Entscheidung 2: Fertiggerät oder Selbstbau?

Ein Vier-Schacht-Fertiggerät kostet ohne Festplatten rund 400 bis 700 €, ein N100-Selbstbau rund 300 bis 450 €. Der Selbstbau gewinnt bei Hardware pro Euro, Arbeitsspeicher und Betriebssystem-Freiheit, kostet Sie aber ein Wochenende und lässt Sie bei Problemen allein. Das Fertiggerät gewinnt bei Zeit, Mobil-Apps, Support und Wiederverkaufswert. Ehrlich gesagt relativiert sich der Preisunterschied ohnehin: Bei vier 12-TB-Platten sind 150 € Differenz beim Gehäuse eine Fußnote. Die ausführliche Gegenüberstellung steht in Fertig-NAS oder Selbstbau, die konkrete Bauanleitung mit Teileliste in NAS selbst bauen.

Entscheidung 3: Welcher Hersteller?

Die vier relevanten Marken unterscheiden sich weniger bei der Hardware als bei zwei Fragen: Kann das Betriebssystem ein flexibles RAID, das gemischte Plattengrößen ausnutzt? Und schreibt der Hersteller Laufwerke vor?

HerstellerSystemFlexibles RAIDLaufwerkspolitik
SynologyDSMSHR / SHR-2Festplatten frei seit DSM 7.3; M.2-NVMe nur von der eigenen ListeRechner ›
UGREENUGOS Prokeinsoffen — Kompatibilitätsliste ist eine Empfehlung, keine SperreRechner ›
QNAPQTSkeinsoffen — Liste ist ein Hinweis, keine SperreRechner ›
TerraMasterTOSTRAID / TRAID+offen — wirbt aktiv damit, keine Laufwerke zu sperrenRechner ›

Praktisch heißt das: Synology kaufen Sie wegen SHR und DSM — wer Platten unterschiedlicher Größe hat oder später einzeln nachrüsten will, holt hier Kapazität heraus, die anderswo verloren geht. UGREEN liefert die meiste Hardware pro Euro (10GbE, mehr RAM), verlangt dafür möglichst gleich große Platten. QNAP punktet bei Virtualisierung und Erweiterbarkeit, TerraMaster ist mit TRAID der günstigste Weg zu einem flexiblen RAID. Die Duelle im Detail: Synology gegen UGREEN und Synology gegen QNAP. Welche Platten, welcher RAM und welche NVMe zu Ihrem konkreten Modell passen, steht unter Festplatten nach Modell.

Entscheidung 4: Welche Festplatten?

Die Regel ohne Ausnahme: CMR-Aufzeichnung und Freigabe für den Dauerbetrieb. SMR-Platten brechen beim Wiederaufbau eines Verbunds auf wenige MB/s ein — genau in dem Moment, in dem Sie sie am dringendsten brauchen. Sicher CMR sind die komplette Seagate-IronWolf-Reihe, WD Red Plus und Red Pro sowie Toshiba N300; die einfache WD Red (WD20EFAX bis WD60EFAX) ist SMR und gehört in keinen RAID-Verbund. Warum, erklärt CMR gegen SMR im Detail; IronWolf gegen WD Red klärt das Markenduell.

Gekauft wird nach Preis pro Terabyte, nicht nach Preis pro Laufwerk — und die Pro-Variante lohnt fast nur wegen der längeren Garantie, solange Ihr Netzwerk bei 1 oder 2,5 Gigabit liegt. Die Tabelle zeigt die aktuell günstigsten CMR-Platten:

NAS-Festplatten (CMR) nach Preis pro Terabyte

Nur Baureihen mit bestätigter CMR-Aufzeichnung und Freigabe für den Dauerbetrieb, live von Amazon.de.

ModellKapazitätAufzeichnungPreisPreis je TB
Seagate IronWolf Pro, NAS interne Festplatte 16TB HDD, 3.5 Zoll, 7200 U/Min, CMR, 256MB Cache, SATA 6GB/s, Silber. ST16000NE000 (Generalüberholt)bester Preis je TB16 TBCMR429 €26,81 €/TBBei Amazon
Seagate IronWolf 12TB, NAS interne Festplatte, 3.5 Zoll, 7200 U/Min, CMR, 256 MB Cache, SATA 6GB/s, silber, FFP, inkl. 3 Jahre Rescue Service, Modell: ST12000VN000812 TBCMR350 €29,16 €/TBBei Amazon
Seagate IronWolf Pro, NAS interne Festplatte 16TB HDD, 3.5 Zoll, 7200 U/Min, CMR, 256 MB Cache, SATA 6GB/s, silber, inkl. 3 Jahre Rescue Service, ST16000NE00016 TBCMR500 €31,25 €/TBBei Amazon
Seagate IronWolf 10TB, NAS interne Festplatte, HDD, 3.5 Zoll, 7200 U/Min, CMR, 256 MB Cache, SATA 6GB/s, silber, inkl. 3 Jahre Rescue Service, Modellnr.: ST10000VN000410 TBCMR315 €31,50 €/TBBei Amazon
Seagate IronWolf Pro 30TB, NAS interne Festplatte, 3.5 Zoll, 7200 U/Min, CMR, 512 MB Cache, SATA 6 GB/S, inkl. 3 Jahre Rescue Service, Modellnr.: ST30000NTZ1130 TBCMR1.087 €36,23 €/TBBei Amazon
Seagate IronWolf Pro Interne Festplatte (SATA Cache, 3,5 Zoll) 14TB14 TBCMR509 €36,36 €/TBBei Amazon
Seagate SkyHawk 6TB, Interne Festplatte HDD, Videoaufnahme bis zu 64 Kameras, 3.5 Zoll, 256 MB Cache, SATA 6GB/s, silber, inkl. Data Rescue Service (ST6000VXZ09)6 TBCMR225 €37,49 €/TBBei Amazon
Seagate IronWolf Pro 14 TB, NAS interne Festplatte, 3.5 Zoll, 7200 U/Min, CMR, 256 MB Cache, SATA 6 GB/S, inkl. 3 Jahre Rescue Service, Modellnr.: ST14000NT00114 TBCMR529 €37,79 €/TBBei Amazon
WD Red Pro 22TB NAS 3,5" Interne Festplatte – 7200 RPM Klasse, SATA 6Gb/s, CMR, 512MB Cache22 TBCMR838 €38,10 €/TBBei Amazon
Seagate IronWolf Interne Festplatte 3,5 12 TB HDD 256 MB 7200 U/min Betrieb 24 Stunden PC NAS für RV Sensor ST12000VN000812 TBCMR461 €38,42 €/TBBei Amazon

Entscheidung 5: Welches RAID-Level?

Für vier gleich große Platten: RAID 5 beziehungsweise SHR. Sie behalten drei Viertel der Kapazität und verkraften einen Ausfall. Ab etwa 16 TB je Platte oder ab fünf, sechs Schächten: RAID 6 beziehungsweise SHR-2. Und unabhängig vom Level gilt: RAID ist kein Backup. Es schützt gegen den Ausfall einer Festplatte — nicht gegen versehentliches Löschen, Verschlüsselungstrojaner oder Blitzschlag. Planen Sie eine zweite Kopie an einem anderen Ort ein, bevor Sie über das Level nachdenken.

Die Feinabstimmung: RAM, Cache, ECC

Drei Fragen bleiben, und alle drei haben kürzere Antworten, als die Foren vermuten lassen. Wie viel RAM braucht ein NAS? — für Dateiablage reicht die Werksbestückung, erst Container und virtuelle Maschinen ändern das. Lohnt sich ein SSD-Cache? — nur, wenn Sie dieselben Daten wiederholt lesen. Brauche ich ECC-RAM? — zwingend nicht, aber wer ZFS wegen der Datenintegrität wählt, sollte den Gedanken zu Ende gehen. Für Platten im Dauerbetrieb lohnt außerdem der Blick auf Workload-Ratings und 24/7-Freigaben.

Was das im Betrieb kostet

Ein Vier-Platten-NAS zieht im Leerlauf rund 40 W — das sind bei 35 Cent/kWh etwa 123 € im Jahr, und die Festplatten verursachen davon mehr als die Hälfte. Deshalb ist „wenige große statt viele kleine Platten“ auch eine Stromspar-Entscheidung. Die offene Rechnung samt Stellschrauben steht unter NAS-Stromverbrauch und Kosten; eine USV mit reinem Sinus gehört bei wichtigen Daten dazu.

Drei stimmige Konfigurationen

Der Einstieg (unter 10 TB): ein Zwei-Schacht-Gerät mit zwei 8-TB-Platten im Spiegel. Ergibt rund 7,3 TiB nutzbar, reicht für Backups und die Familien-Fotosammlung, und wächst später durch Plattentausch mit.

Aktuell im Handel: Synology DiskStation DS224+ ab 410 € (Rechner)

Der Standard (10 bis 30 TB): ein Vier-Schacht-Gerät mit vier 8- bis 12-TB-Platten in RAID 5 oder SHR. Der Kompromiss aus Kapazität, Ausfallsicherheit und Strom, den diese Seite den meisten Lesern empfiehlt.

Aktuell im Handel: UGREEN NASync DXP4800 Plus ab 607 € (Rechner) · UGREEN NASync DH4300 Plus ab 339 € (Rechner)

Der Bastler: ein N100-Selbstbau mit vier Schächten für rund 375 € ohne Platten — mehr Rechenleistung und RAM als jedes Fertiggerät der Preisklasse, TrueNAS oder Unraid nach Wahl. Die komplette Teileliste steht im N100-Bauvorschlag.

Alle Kaufberatungs-Ratgeber im Detail

Rechnen statt raten

Wenn Sie wissen wollen, was eine Entscheidung konkret kostet, nehmen Sie die Rechner: der RAID-Rechner zeigt, wie viel Kapazität ein RAID-Level übrig lässt, der Festplatten-Rechner rechnet von der Zielkapazität zur Plattenzahl, und der TrueNAS-RAM-Rechner sagt Ihnen, wie viel Arbeitsspeicher ZFS wirklich braucht.

Häufige Fragen

Welches NAS soll ich kaufen?

Für die meisten Haushalte ein Vier-Schacht-Gerät: Synology, wenn Sie SHR und das ausgereifteste Betriebssystem wollen; UGREEN, wenn Sie die meiste Hardware pro Euro suchen und mit klassischem RAID leben können; QNAP für Virtualisierung und Erweiterbarkeit; TerraMaster als Preisbrecher mit flexiblem TRAID. Zwei Schächte genügen für reine Backups, sechs lohnen erst bei sehr großen Sammlungen.

Was kostet ein komplettes NAS-Setup?

Ein Vier-Schacht-Fertiggerät kostet ohne Festplatten rund 400 bis 700 €, ein N100-Selbstbau rund 300 bis 450 €. Dazu kommen die Platten, die bei größeren Kapazitäten der dominierende Posten sind: Rechnen Sie in Preis pro Terabyte und nehmen Sie die Live-Tabelle auf dieser Seite als Maßstab. Im Betrieb kostet ein Vier-Platten-NAS bei 35 Cent/kWh etwa 123 € Strom im Jahr.

Welche Festplatten gehören in ein NAS?

NAS-Festplatten mit CMR-Aufzeichnung und Freigabe für den Dauerbetrieb: Seagate IronWolf, WD Red Plus, Toshiba N300 oder deren Pro-Varianten. SMR-Platten gehören in keinen RAID-Verbund, weil ihre Schreibrate beim Wiederaufbau nach einem Ausfall dramatisch einbricht — die einfache WD Red (WD20EFAX bis WD60EFAX) ist SMR.

Synology oder UGREEN?

Synology verkauft das Betriebssystem, UGREEN die Hardware. SHR nutzt gemischte Plattengrößen aus, DSM ist das ausgereifteste NAS-System, dafür zahlen Sie bei gleicher Hardware spürbar mehr. UGREEN liefert 10GbE und mehr RAM fürs Geld, kennt aber kein flexibles RAID: Gemischte Plattengrößen verschenken dort Kapazität. Seit DSM 7.3 (Oktober 2025) akzeptiert auch Synology wieder Festplatten anderer Hersteller.

Wie viele Schächte brauche ich?

Vier sind der übliche Kompromiss: Aus vier 8-TB-Platten werden in RAID 5 oder SHR rund 21,8 TiB nutzbar, und eine Platte darf ausfallen. Zwei Schächte (Spiegel) genügen unter 10 TB Bedarf. Sechs und mehr lohnen erst bei sehr großen Sammlungen — und ab etwa 16 TB je Platte gehört doppelte Parität (RAID 6, SHR-2) dazu.

Brauche ich 10-Gigabit-Netzwerk?

Selten. 2,5GbE entspricht rund 280 MB/s und ist der Sweet Spot: Eine gute CMR-Festplatte lastet die Leitung aus, ohne dass Sie teure Pro-Platten brauchen. 10GbE lohnt erst, wenn mehrere Nutzer gleichzeitig große Dateien bewegen oder Sie direkt auf dem NAS Videos schneiden — dann zusammen mit NVMe-Cache oder 7200er-Platten.

Über den Autor
Porträt von Leon Fischer
Leon Fischer
Redakteur für Komponenten & Kompatibilität

Leon Fischer ordnet bei nas-rechner.de ein, welche Festplatten, welcher Arbeitsspeicher und welcher NVMe-Cache zu welchem NAS-Modell passen – und was die RAID-Wahl für die nutzbare Kapazität bedeutet. Bei pcbau-rechner.de beantwortet er dieselbe Frage für Grafikkarten und Prozessoren.

Porträt von Sabine HoffmannRedaktionell geprüft von Sabine Hoffmann, Chefredakteurin