Nas-Rechner

Häufige Fragen zu NAS, RAID und Festplatten

Aktualisiert
Kurz und knapp · Stand 29. August 2026

Die drei Antworten, die am häufigsten gesucht werden: Ihr NAS zeigt rund 9 Prozent weniger an, weil es in TiB statt TB rechnet (aus 8 TB werden 7,28 TiB). RAID ist kein Backup, es schützt nur gegen den Ausfall einer Platte. Und CMR ist Pflicht, sobald ein RAID-Verbund im Spiel ist, weil SMR-Platten beim Wiederaufbau einbrechen.

Warum zeigt mein NAS weniger Speicherplatz an, als auf der Festplatte steht?

Weil Hersteller und Betriebssystem unterschiedlich zählen. Ein Festplattenhersteller versteht unter 1 TB eine Billion Bytes. Ihr NAS rechnet in Zweierpotenzen und nennt 2 hoch 40 Bytes ein TiB. Der Unterschied beträgt rund 9 Prozent: Aus einer 8-TB-Platte werden 7,28 TiB. Es fehlt nichts, es wird nur anders gezählt. Deshalb weisen unsere Rechner immer beide Zahlen aus.

Ist ein RAID ein Backup?

Nein, und das ist der teuerste Irrtum in der Speicherwelt. RAID schützt gegen den Ausfall einer Festplatte, sonst gegen nichts. Versehentliches Löschen, ein Verschlüsselungstrojaner, Blitzschlag, Diebstahl oder ein Fehler im Dateisystem treffen alle Platten im Gehäuse gleichzeitig. Sie brauchen zusätzlich eine echte Datensicherung an einem anderen Ort.

Was ist der Unterschied zwischen SHR und RAID 5?

Bei gleich großen Festplatten keiner: Beide liefern dieselbe nutzbare Kapazität und verkraften einen Plattenausfall. Der Unterschied zeigt sich bei gemischten Größen. RAID 5 rechnet mit der kleinsten Platte im Verbund und lässt den Überhang der größeren ungenutzt. SHR zieht nur die größte Platte ab und nutzt den Rest. Synology kann SHR, TerraMaster kann mit TRAID dasselbe, UGREEN und QNAP können es nicht.

Muss ich zwingend CMR-Festplatten kaufen?

Sobald Sie einen RAID-Verbund fahren: ja. SMR-Platten schreiben ihre Spuren überlappend und müssen beim Überschreiben ganze Bereiche neu ordnen. Beim Wiederaufbau nach einem Plattenausfall bricht die Schreibrate dadurch so stark ein, dass der Vorgang Tage statt Stunden dauern kann. Alle Seagate-IronWolf-Baureihen sowie WD Red Plus und WD Red Pro sind CMR.

Darf ich in eine Synology Festplatten anderer Hersteller einbauen?

Ja. Synology hatte im April 2025 angekündigt, dass die Plus-Modelle des Jahrgangs 2025 nur noch mit gelisteten Laufwerken einen Speicherpool anlegen dürfen. Mit DSM 7.3 vom 8. Oktober 2025 wurde diese Sperre für Festplatten und 2,5-Zoll-SATA-SSDs wieder aufgehoben. Nur für M.2-NVMe gilt die Listenpflicht weiter. Ältere Modelle wie die DS923+ waren nie betroffen.

Wie viel Arbeitsspeicher braucht ein NAS?

Für ein Fertig-NAS, das Dateien ablegt und Backups zieht, reicht der Arbeitsspeicher ab Werk fast immer. Interessant wird die Frage bei TrueNAS und ZFS. Dort kursiert die Faustregel „8 GB plus 1 GB je TB“, die aus der FreeNAS-Zeit stammt und bei großen Pools weit über das Ziel hinausschießt: Bei 120 TB verlangt sie 128 GB, während in der Praxis 64 GB komfortabel reichen.

Lohnt sich ein SSD-Cache im NAS?

Nur, wenn Sie immer wieder dieselben Daten lesen, etwa Projektdateien, Fotos oder Container. Wer eine Mediensammlung einmal durchstreamt, hat vom Cache nichts: Diese Daten werden genau einmal gelesen. Prüfen Sie außerdem Ihr Netzwerk. Hängt das NAS an einer Gigabit-Leitung, ist bei rund 110 MB/s ohnehin Schluss, und das schafft schon eine einzelne Festplatte.

Wie viel Strom verbraucht ein NAS?

Die Festplatten dominieren die Rechnung, nicht der Prozessor. Eine 3,5-Zoll-NAS-Platte zieht im Leerlauf rund 4 bis 6 Watt, ein Vier-Platten-NAS landet damit bei etwa 40 Watt. Über ein Jahr sind das rund 350 kWh und bei 35 Cent je kWh etwa 123 € im Jahr.

Konkret nachrechnen

Für Ihren eigenen Fall rechnen die Werkzeuge: der RAID-Rechner für RAID und SHR, der RAID-Z-Rechner für ZFS und TrueNAS, der RAM-Rechner für den Arbeitsspeicher und der Festplatten-Rechner, wenn Sie von einer Zielkapazität ausgehen.