Nas-Rechner

Stromverbrauch und Jahreskosten eines NAS

Porträt von Katrin WeberVon Katrin Weber · Redaktionell geprüft von Sabine Hoffmann · Aktualisiert
Kurz und knapp · Stand 29. August 2026

Ein Vier-Platten-NAS zieht im Leerlauf rund 40 W, das sind 350 kWh und damit etwa 123 € im Jahr bei 35 Cent/kWh. Die Festplatten verursachen davon mehr als die Hälfte: Jede 3,5-Zoll-Platte zieht im Leerlauf 4 bis 6 W, während die gesamte N100-Plattform mit Mainboard, Arbeitsspeicher und Systemlaufwerk bei nur 10 bis 15 W liegt. Wer Strom sparen will, reduziert die Zahl der Laufwerke, nicht die Rechenleistung.

Die Formel

Watt x 24 x 365 / 1000 x Preis pro kWh = Kosten pro Jahr.

Der Faktor 24 x 365 ergibt 8760 Betriebsstunden im Jahr. Die Division durch 1000 rechnet Wattstunden in Kilowattstunden um. Der Rest ist Ihr Stromtarif.

Wir rechnen auf dieser Seite durchgehend mit 35 Cent/kWh. Das ist eine Arbeitsannahme für 2026 und ausdrücklich keine feste Größe: Schauen Sie auf Ihre letzte Jahresabrechnung und setzen Sie Ihren eigenen Arbeitspreis ein. Bei 30 Cent/kWh liegen Sie rund 14 Prozent darunter, bei 40 Cent/kWh rund 14 Prozent darüber.

Das Beispiel, Schritt für Schritt

Ein selbstgebautes NAS mit Intel N100 und vier 3,5-Zoll-Festplatten zieht im Leerlauf rund 40 W. So setzt sich das zusammen:

  • Mainboard mit N100, 16 GB SO-DIMM, Boot-SSD: 10 bis 15 W
  • Vier NAS-Festplatten im Leerlauf, je 4 bis 6 W: 20 bis 25 W
  • Lüfter, Netzteilverluste, Netzwerkanbindung: einige Watt

Summe: rund 40 W im Leerlauf. Und daraus die Jahresrechnung:

  • 40 W x 8760 Stunden = 350 400 Wattstunden
  • 350 400 Wh / 1000 = 350,4 kWh pro Jahr
  • 350,4 kWh x 0,35 € = 122,64 €, also rund 123 € im Jahr.

Unter Last steigt der Verbrauch deutlich: Die vier Platten ziehen dann 6 bis 9 W statt 4 bis 6 W, und das System landet bei 55 bis 65 W. Da ein NAS die weitaus meiste Zeit im Leerlauf verbringt, ist der Leerlaufwert der ehrlichere Maßstab für Ihre Jahresrechnung.

Rechnen Sie mit Ihrer eigenen Konfiguration

  • Zwei Platten, N100: rund 25 W, das sind 219 kWh und etwa 77 € im Jahr.
  • Vier Platten, N100: rund 40 W, das sind 350,4 kWh und etwa 123 € im Jahr.
  • Sechs Platten, N100: rund 52 W, das sind 455,5 kWh und etwa 159 € im Jahr.
  • Acht Platten mit zusätzlichem HBA: rund 75 W, das sind 657 kWh und etwa 230 € im Jahr.

Der Sprung von vier auf acht Laufwerke verdoppelt Ihre Stromrechnung fast. Genau deshalb ist die Frage "lieber vier große oder acht kleine Platten" fast immer zugunsten der großen Platten zu beantworten, sobald Sie den Strom über fünf Jahre mitrechnen.

Messen statt schätzen

Alle Zahlen auf dieser Seite sind belastbare Richtwerte, aber Ihr Gerät ist nicht der Durchschnitt. Ein Energiekostenmessgerät für die Steckdose kostet 15 bis 25 € und beantwortet die Frage in einer Woche endgültig.

Achten Sie beim Messen auf zwei Dinge. Erstens: Messen Sie über mehrere Tage und lesen Sie den kWh-Zähler ab, nicht den Momentanwert in Watt. Der Momentanwert springt je nach Plattenaktivität zwischen 30 und 65 W, und Sie messen sonst zufällig einen Ausreißer. Zweitens: Rechnen Sie den Wochenwert einfach hoch. Verbrauchte Kilowattstunden geteilt durch die Zahl der Messtage, mal 365, mal Ihr Arbeitspreis.

Ein Beispiel: Zeigt das Messgerät nach sieben Tagen 6,8 kWh, sind das 6,8 / 7 x 365 = 354,6 kWh im Jahr, also bei 35 Cent/kWh rund 124 € pro Jahr. Das deckt sich fast exakt mit der Schätzung von 40 W, und Sie wissen es jetzt statt es zu vermuten.

Was wirklich spart und was nicht

Was spart: weniger, dafür größere Festplatten. Vier 16-TB-Platten liefern mehr Speicherplatz als acht 8-TB-Platten und ziehen etwa halb so viel Strom. Über fünf Jahre sind das gut 500 € Unterschied, was den Aufpreis der größeren Laufwerke oft komplett aufwiegt.

Was spart: aktivierte C-States im BIOS. Ohne sie verharrt die Plattform im höchsten Leistungszustand, und aus 12 W werden schnell 25 W. Das ist die günstigste Einsparung überhaupt, sie kostet nur einen Neustart.

Was spart: ein gutes Netzteil. Bei 40 W Last arbeiten viele überdimensionierte Netzteile weit unterhalb ihres Bestpunkts. Ein 80-Plus-Gold-Modell mit 400 W statt eines Billiggeräts mit 700 W spart durchaus 5 bis 10 W dauerhaft.

Was begrenzt spart: der Ruhezustand der Festplatten. Er senkt den Verbrauch je Platte auf rund 1 W, aber jedes Anlaufen belastet die Mechanik, und bei ZFS werden die Platten ohnehin ständig angesprochen. Bei Unraid mit seinen unabhängigen Laufwerken funktioniert es deutlich besser.

Was praktisch nichts spart: eine sparsamere CPU. Zwischen einem N100 und einer noch genügsameren Lösung liegen wenige Watt, während eine einzige zusätzliche Festplatte 5 W kostet. Die CPU ist selten der Hebel, an dem Sie ansetzen sollten.

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Häufige Fragen

Was kostet ein NAS im Jahr an Strom?

Ein typisches Vier-Platten-NAS mit rund 40 W kommt auf 350,4 kWh und damit etwa 123 € im Jahr bei angenommenen 35 Cent/kWh. Setzen Sie Ihren eigenen Arbeitspreis in die Formel ein: Watt x 8760 / 1000 x Preis.

Wie viel Strom verbraucht eine NAS-Festplatte?

Eine 3,5-Zoll-NAS-Festplatte zieht rund 4 bis 6 W im Leerlauf und 6 bis 9 W unter Last. Vier Laufwerke liegen im Leerlauf damit bei 20 bis 25 W und verbrauchen mehr als die gesamte übrige Plattform.

Lohnt es sich, das NAS nachts auszuschalten?

Bei acht Stunden Abschaltung pro Nacht sparen Sie ein Drittel der Kosten, bei 40 W also rund 41 € im Jahr. Dafür laufen nächtliche Datensicherungen und automatische Aufgaben nicht mehr. Meist ist der Verzicht den Betrag nicht wert.

Verbrauchen größere Festplatten mehr Strom?

Kaum. Eine 16-TB-Platte zieht nicht wesentlich mehr als eine 8-TB-Platte, denn der Verbrauch hängt an der Mechanik, nicht an der Kapazität. Deshalb sind wenige große Platten fast immer sparsamer als viele kleine.

Wie viel Strom spart eine SSD gegenüber einer Festplatte?

Eine SATA-SSD liegt im Leerlauf unter 1 W statt bei 4 bis 6 W. Ein reines SSD-NAS ist deutlich sparsamer und leiser, aber der Preis pro Terabyte liegt noch immer um ein Vielfaches über dem von Festplatten.

Über den Autor
Porträt von Katrin Weber
Katrin Weber
Redakteurin für Stromkosten & Wirtschaftlichkeit

Katrin Weber rechnet bei nas-rechner.de aus, was ein NAS im 24/7-Betrieb im Jahr kostet, und ordnet Festplattenpreise nach Euro je Terabyte ein. Bei pcbau-rechner.de verantwortet sie die Themen Stromkosten und Energie.

Porträt von Sabine HoffmannRedaktionell geprüft von Sabine Hoffmann, Chefredakteurin