WD Red Plus: die Standardplatte fürs Heim-NAS
Die WD Red Plus ist mit 180 TB Schreiblast pro Jahr, drei Jahren Garantie, 1 Mio. Stunden MTBF und CMR die passende Platte für ein Heim-NAS mit zwei bis acht Schächten, erhältlich von 2 bis 14 TB. Entscheidend ist das Wort Plus: die einfache WD Red ohne Zusatz war SMR und ist heute faktisch vom Markt verdrängt, es kursieren aber noch Restbestände. Wer mehr als acht Schächte füllt, dauerhaft hohe Schreiblast erzeugt oder Kapazitäten über 14 TB braucht, greift zur WD Red Pro.
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Warum Plus im Namen steht
Die Geschichte hinter dem Namen ist der Grund, warum diese Platte so heißt, wie sie heißt. Im Frühjahr 2020 fiel Anwendern auf, dass sich manche WD Red beim Wiederaufbau eines RAID-Verbunds seltsam verhielten. Am 20. April 2020 räumte Western Digital ein, dass vier Modelle intern DMSMR nutzen, also eine Form der überlappenden Aufzeichnung: WD20EFAX mit 2 TB, WD30EFAX mit 3 TB, WD40EFAX mit 4 TB und WD60EFAX mit 6 TB.
Am 23. Juni 2020 führte WD die WD Red Plus als ausdrücklich CMR-basierte Marke ein. Die einfache WD Red blieb SMR und wurde fortan als Platte für einfache Aufgaben positioniert. Heute ist kein aktuelles Red-Plus- oder Red-Pro-Modell SMR.
Für Sie heißt das ganz praktisch: kaufen Sie nie eine Platte, auf der nur WD Red steht. Auf dem Etikett muss Plus oder Pro stehen. Die einfache Red ist im Handel weitgehend verschwunden, taucht aber in Restposten und bei Drittanbietern noch auf, gern zu einem Preis, der zu gut aussieht.
Die Spezifikation und was sie wirklich bedeutet
- Schreiblast: 180 TB pro Jahr. Das entspricht rund 500 GB Datenverkehr pro Tag, jeden Tag. Ein Haushalt, der Fotos, Filme und Backups ablegt, erreicht das praktisch nie.
- Garantie: drei Jahre.
- MTBF: 1 Mio. Stunden.
- Aufzeichnung: CMR über die gesamte Reihe.
- Kapazitäten: 2 bis 14 TB.
Eine Nuance, die viele Ratgeber unterschlagen: WD gibt die MTBF der Red Plus bei einer Last von 90 TB pro Jahr an, also bei der Hälfte der genannten Schreiblast. Die Red Pro dagegen erreicht ihre 2,5 Mio. Stunden bei einer angenommenen Last von 220 TB pro Jahr. Die Schlagzeilenzahl 180 TB ist also eine Obergrenze, kein Wohlfühlbereich. Wenn Sie dauerhaft nahe an dieser Grenze arbeiten, ist die Red Plus nicht die richtige Platte, auch wenn Sie formal im Spezifikationsrahmen bleiben.
Wo die Grenze zur Red Pro verläuft
Die Red Pro ist keine bessere Red Plus, sondern eine andere Klasse: 550 TB Schreiblast pro Jahr, fünf Jahre Garantie, 2,5 Mio. Stunden MTBF ab 14 TB, Kapazitäten von 2 bis 26 TB. Der Sprung ist erheblich, und er kostet entsprechend.
Die Grenze verläuft in der Praxis entlang von vier Fragen. Erstens die Schachtzahl: bis acht Schächte ist die Red Plus zu Hause, darüber wird die Vibration im Gehäuse zum Argument. Zweitens die Kapazität: über 14 TB gibt es schlicht keine Red Plus, dort führt kein Weg an der Pro vorbei. Drittens die Nutzung: Überwachungsvideo, Videoschnitt direkt vom NAS, viele gleichzeitige Nutzer. Viertens die Garantie: bei Platten, die vier oder fünf Jahre durchlaufen sollen, sind fünf Jahre Garantie ein realer Wert.
Wenn keine dieser vier Fragen bei Ihnen mit Ja beantwortet wird, ist die Red Plus die vernünftige Wahl, und der Aufpreis zur Pro kauft Ihnen nichts, was Sie nutzen.
Wählen Sie so
Wählen Sie WD Red Plus, wenn Sie ein Zwei- bis Vierschacht-NAS zu Hause betreiben, es als Medienarchiv und Backup-Ziel nutzen und Wert auf ein leises Gerät im bewohnten Raum legen. Die Red Plus dreht je nach Modell mit 5400 oder 7200 Umdrehungen, die kleineren Kapazitäten sind spürbar zurückhaltender als eine Exos oder eine IronWolf Pro.
Wählen Sie WD Red Plus auch, wenn Sie einen bestehenden Verbund erweitern, in dem bereits Red Plus stecken. Gleiche Baureihe im Verbund erspart Ihnen Diskussionen über unterschiedliche Timeout-Werte und Vibrationsprofile.
Nicht kaufen, wenn Sie Kapazitäten über 14 TB brauchen: die gibt es in dieser Baureihe nicht. Nicht kaufen, wenn Ihr NAS acht oder mehr Schächte hat. Nicht kaufen, wenn das NAS eine dauerhafte Schreiblast nahe an den 180 TB erzeugt, denn die MTBF-Angabe bezieht sich auf die halbe Last. Und selbstverständlich nicht kaufen, wenn auf dem Etikett nur Red steht.
Lautstärke, Strom und Alltag
Die WD Red Plus ist eine der leiseren NAS-Platten. Die Modelle mit 5400 Umdrehungen sind im Leerlauf kaum wahrnehmbar, das Kopfrasseln bei Zugriffen bleibt gedämpft. In einem Wohnzimmer ist ein NAS mit zwei Red Plus ein Gerät, das man vergisst.
Beim Strom gilt die übliche Rechnung: rund 4 bis 6 W im Leerlauf, weitgehend unabhängig von der Kapazität. Eine 4-TB-Red-Plus zieht praktisch dasselbe wie eine 12-TB-Red-Plus. Je gespeichertem TB ist die große Platte also deutlich sparsamer, und sie belegt nur einen Schacht. Wer heute ein NAS bestückt, sollte deshalb weniger und größere Laufwerke kaufen statt viele kleine.
Zur Ausfallsicherheit: mit Kapazitäten bis 14 TB ist einfache Parität, also RAID 5 oder SHR, in einem Vierschacht-System vertretbar. Der Wiederaufbau dauert bei 12 bis 14 TB allerdings bereits viele Stunden bis über einen halben Tag, und in dieser Zeit werden alle verbliebenen Platten vollständig gelesen. Wer sich unwohl fühlt, plant doppelte Parität ein.
WD Red Plus: aktuelle Modelle
Nur Modelle mit Plus im Namen sind CMR. Achten Sie beim Kauf auf das Etikett: eine Platte, auf der nur WD Red steht, ist ein SMR-Restbestand und gehört nicht in einen RAID-Verbund.
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Häufige Fragen
Ist die WD Red Plus CMR oder SMR?
Die WD Red Plus ist durchgehend CMR. Genau dafür wurde die Marke am 23. Juni 2020 eingeführt, nachdem WD am 20. April 2020 eingeräumt hatte, dass die einfachen Red-Modelle WD20EFAX, WD30EFAX, WD40EFAX und WD60EFAX intern SMR nutzen. Kein aktuelles Red-Plus-Modell ist SMR.
Was ist der Unterschied zwischen WD Red und WD Red Plus?
Die einfache WD Red war SMR, die Red Plus ist CMR. Für den Einsatz in einem RAID-Verbund ist das der entscheidende Unterschied, weil SMR den Wiederaufbau drastisch verlangsamen kann. Die einfache Red ist heute faktisch vom Markt verdrängt, in Restbeständen taucht sie aber noch auf.
Reicht die WD Red Plus für ein NAS mit vier Schächten?
Ja, klar. Die Red Plus ist für den Dauerbetrieb in Systemen mit bis zu acht Schächten freigegeben und auf 180 TB Schreiblast pro Jahr ausgelegt, was einem Haushalt reichlich Luft lässt. Erst ab acht Schächten oder bei dauerhaft hoher Schreiblast wird die Red Pro sinnvoll.
Wie lange hat die WD Red Plus Garantie?
Drei Jahre. Die WD Red Pro hat fünf Jahre. Bei Platten, die vier oder mehr Jahre durchlaufen sollen, und besonders bei großen Kapazitäten mit langem Wiederaufbau, ist dieser Unterschied ein echtes Argument.
Gibt es die WD Red Plus auch mit mehr als 14 TB?
Nein, die Reihe endet bei 14 TB. Wer mehr Kapazität je Laufwerk braucht, muss zur WD Red Pro greifen, die bis 26 TB reicht, oder zu einer anderen Baureihe wie Seagate IronWolf Pro, Toshiba N300 Pro oder Seagate Exos.

Katrin Weber rechnet bei nas-rechner.de aus, was ein NAS im 24/7-Betrieb im Jahr kostet, und ordnet Festplattenpreise nach Euro je Terabyte ein. Bei pcbau-rechner.de verantwortet sie die Themen Stromkosten und Energie.