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Synology oder UGREEN: Software-Reife gegen Hardware fürs Geld

Porträt von Leon FischerVon Leon Fischer · Redaktionell geprüft von Sabine Hoffmann · Aktualisiert
Kurz und knapp · Stand 29. August 2026

UGREEN gibt Ihnen für dasselbe Geld deutlich mehr Hardware: Das DXP4800 Plus bringt einen Pentium Gold 8505, 10GbE plus 2,5GbE, zwei NVMe-Steckplätze und Platz für 64 GB Arbeitsspeicher mit. Ein Synology DS925+ hat einen Ryzen V1500B, zweimal 2,5GbE, keinen Steckplatz für 10GbE und maximal 32 GB ECC-Arbeitsspeicher. Synology gewinnt dafür bei der Software: DSM ist reifer, die Backup- und Foto-Apps sind besser, und SHR erlaubt es, unterschiedlich große Festplatten ohne Kapazitätsverlust zu mischen. Genau das kann UGOS Pro nicht.

Die Hardware: UGREEN hat den klaren Vorteil

Vergleichen Sie das UGREEN DXP4800 Plus mit dem Synology DS925+, den beiden typischen Vier-Schacht-Geräten der aktuellen Generation, dann ist das Bild eindeutig.

Das DXP4800 Plus fährt einen Intel Pentium Gold 8505 mit integrierter Grafik, hat einen 10GbE-Anschluss plus einen 2,5GbE-Anschluss, zwei M.2-NVMe-Steckplätze und lässt sich auf 64 GB Arbeitsspeicher aufrüsten. Die integrierte Grafik ist für Transcodierung in Medienservern relevant.

Das DS925+ fährt einen AMD Ryzen V1500B mit vier Kernen, hat zweimal 2,5GbE und keinen Steckplatz, um auf 10GbE nachzurüsten. Der Arbeitsspeicher ist bei 32 GB gedeckelt, dafür ist es ECC-fähiger Speicher, was das DXP4800 Plus nicht bietet. Eine integrierte Grafikeinheit fehlt, Hardware-Transcodierung entfällt damit.

Für den Einstieg stellt UGREEN das DXP2800 mit Intel N100, 8 GB DDR5 (auf 16 GB erweiterbar) und zwei Schächten gegen die entsprechenden Synology-Modelle. Auch hier: mehr Rechenleistung pro Euro.

Die Software: Synology hat den klaren Vorteil

DSM ist seit über fünfzehn Jahren im Markt und merkt man das an jeder Ecke. Hyper Backup, Active Backup for Business, Synology Photos und Drive sind ausgereifte Anwendungen, nicht Beigaben. Die Rechteverwaltung ist durchdacht, die Update-Politik langfristig, und praktisch jede Anleitung im Netz, die Sie zu einem NAS-Problem finden, ist für DSM geschrieben.

UGOS Pro ist jung. Es funktioniert, es ist aufgeräumt und UGREEN liefert regelmäßig Aktualisierungen, aber der Funktionsumfang liegt hinter DSM zurück, und die Backup-Werkzeuge sind nicht auf demselben Niveau. Wer Docker beherrscht, gleicht vieles aus. Wer eine fertige Lösung will, die einfach läuft, sitzt bei Synology bequemer.

Der praktisch wichtigste Software-Unterschied ist aber ein anderer.

SHR: der Punkt, den UGREEN nicht kontern kann

Synology Hybrid RAID (SHR und SHR-2) erlaubt es, Festplatten unterschiedlicher Größe in einem Verbund zu betreiben und dabei fast die gesamte Kapazität zu nutzen. Sie können eine 8-TB-Platte durch eine 16-TB-Platte ersetzen und später die nächste, und der Speicherplatz wächst schrittweise mit. Für ein NAS, das über Jahre organisch wächst, ist das ein sehr großer Vorteil.

UGOS Pro kennt kein SHR-Äquivalent. Verfügbar sind Basic, JBOD, RAID 0, 1, 5, 6 und 10. In jedem dieser klassischen Verbünde bestimmt die kleinste Platte, wie viel von jeder anderen genutzt wird. Wer eine 8-TB- und eine 16-TB-Platte spiegelt, verschenkt 8 TB. Wer später vergrößern will, muss alle Platten tauschen, bevor der Zugewinn sichtbar wird.

Zum Einordnen: TerraMaster bietet mit TRAID und TRAID+ ein echtes Gegenstück (TRAID+ entspricht in der Idee SHR-2), QNAP hingegen ebenfalls nicht. Wer also gemischte Plattengrößen fahren will, hat genau zwei Anbieter zur Auswahl.

Die Synology-Laufwerkspolitik: was heute noch gilt

Am 16. April 2025 kündigte Synology an, dass die 2025er Plus-Modelle (DS925+, DS1525+ und weitere) mit nicht gelisteten Festplatten keine Speicherpools mehr anlegen können. Das war keine Warnmeldung, sondern eine harte Sperre, und der Aufschrei war entsprechend.

Mit DSM 7.3-81180, veröffentlicht am 8. Oktober 2025, hat Synology das zurückgenommen. Fremdhersteller-Festplatten und 2,5-Zoll-SATA-SSDs funktionieren wieder vollständig: Installation, Anlegen von Speicherpools, Erweiterung, RAID-Reparatur, SHR und SMART-Auswertung.

Ein Rest bleibt: M.2-NVMe-Laufwerke sind weiterhin listenpflichtig, sowohl als Cache als auch als eigener Speicherpool. Wer NVMe in einem 2025er Synology einsetzen will, muss also zu Synology-eigenen Modulen greifen. Das ist der letzte verbliebene Haken, und er ist der Grund, warum das Thema in Foren weiterlebt.

Modelle vor 2025 (DS923+, DS423+, DS224+) waren von der Sperre nie betroffen. UGREEN, QNAP und TerraMaster schränken die Laufwerksmarke grundsätzlich nicht ein.

Wählen Sie Synology, wenn …

  • Sie unterschiedlich große Festplatten mischen oder Ihren Speicherplatz über Jahre schrittweise vergrößern wollen. SHR ist hier konkurrenzlos.
  • Sie ein NAS wollen, das Sie einrichten und dann vergessen können, mit ausgereiften Backup-Apps und langer Update-Versorgung.
  • ECC-Arbeitsspeicher für Sie zählt, etwa weil geschäftliche Daten darauf liegen.
  • Sie im Problemfall auf eine riesige Menge deutschsprachiger Anleitungen und Foren zurückgreifen wollen.

Wählen Sie UGREEN, wenn …

  • Sie 10GbE brauchen. Synology bietet im DS925+ keinen Aufrüstweg dorthin, UGREEN liefert es ab Werk.
  • Sie Medien transcodieren wollen. Die Intel-Grafik im DXP4800 Plus erledigt das, dem Ryzen im DS925+ fehlt sie.
  • Sie viel Arbeitsspeicher brauchen: 64 GB gegen 32 GB.
  • Sie mit Docker umgehen können und die Software eher als Unterbau denn als fertige Lösung betrachten.
  • Sie ohnehin alle Festplatten in gleicher Größe kaufen, sodass Ihnen das fehlende SHR nichts nimmt.

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Häufige Fragen

Darf ich bei Synology wieder beliebige Festplatten einbauen?

Ja. Seit DSM 7.3-81180 vom 8. Oktober 2025 hat Synology die Sperre für die 2025er Plus-Modelle zurückgenommen. Fremdhersteller-HDDs und 2,5-Zoll-SATA-SSDs lassen sich wieder vollständig nutzen, inklusive Speicherpool, Erweiterung, RAID-Reparatur und SMART. Nur M.2-NVMe bleibt listenpflichtig.

Hat UGREEN etwas wie SHR?

Nein. UGOS Pro bietet nur Basic, JBOD, RAID 0, 1, 5, 6 und 10. Unterschiedlich große Festplatten werden dabei auf die kleinste im Verbund heruntergerechnet, ungenutzte Kapazität verfällt. Ein Gegenstück zu SHR gibt es nur bei Synology selbst und, in Gestalt von TRAID, bei TerraMaster.

Ist UGOS Pro reif genug für den produktiven Einsatz?

Für Dateiablage, Medienserver und Docker-Anwendungen ja. Bei Backup-Werkzeugen, Rechteverwaltung und Ökosystem liegt DSM klar vorn. Wer eine schlüsselfertige Backup-Lösung für mehrere Rechner sucht, bekommt sie bei Synology heute noch deutlich einfacher.

Warum hat das DS925+ kein 10GbE?

Synology setzt beim DS925+ auf zweimal 2,5GbE und hat den Erweiterungssteckplatz für eine 10GbE-Karte gestrichen, den das Vorgängermodell DS923+ noch hatte. Wer 10GbE will, muss zu einem größeren Synology-Modell greifen oder zu einem Anbieter, der es ab Werk mitbringt.

Was ist beim NVMe-Einsatz in einem Synology zu beachten?

Bei den 2025er Modellen sind M.2-NVMe-Laufwerke weiterhin auf die Kompatibilitätsliste beschränkt, sowohl für Cache als auch für einen eigenen Speicherpool. Rechnen Sie den Aufpreis für Synology-NVMe in Ihre Kalkulation ein, bevor Sie sich für das Gerät entscheiden.

Über den Autor
Porträt von Leon Fischer
Leon Fischer
Redakteur für Komponenten & Kompatibilität

Leon Fischer ordnet bei nas-rechner.de ein, welche Festplatten, welcher Arbeitsspeicher und welcher NVMe-Cache zu welchem NAS-Modell passen – und was die RAID-Wahl für die nutzbare Kapazität bedeutet. Bei pcbau-rechner.de beantwortet er dieselbe Frage für Grafikkarten und Prozessoren.

Porträt von Sabine HoffmannRedaktionell geprüft von Sabine Hoffmann, Chefredakteurin